Virtuelle Welten und künstliche Intelligenz

9c und 9d bei „Welt am Draht“ an der Brechtbühne Augsburg

Ist die Welt, in der wir uns bewegen, real? Woher weiß ich, dass ich nicht in einer Computersimulation lebe? Bin ich am Ende bloß nicht informiert?

 

Ende März besuchten die Klassen 9c und 9d im Rahmen des Deutschunterrichts die neue Brechtbühne im ehemaligen Gaswerk Augsburg, wo das Theaterstück „Welt am Draht“ aufgeführt wurde. Das Stück basiert auf Rainer Werner Fassbinders Science-Fiction-Thriller von 1973, der wiederum auf den Roman „Simulacron-3“ von Daniel F. Galouye zurückgreift.

Kurz gefasst geht es um das Computerprogramm „Simulacron“, in dem Tausende simulierte Menschen, sogenannte „Identitätseinheiten“ mit eigenem Bewusstsein und echten Gefühlen, leben. Sie wissen zunächst nicht, dass sie eigentlich nur konstruiert sind, bis der kluge Stiller dahinterkommt und seine Existenz hinterfragt, was einen spannenden Wechsel zwischen den Welten nach sich zieht.

Die Klassen durften selbst anreisen, was sich als erste Herausforderung entpuppte, da die neue Spielstätte natürlich noch jedem fremd war. Betritt man das historische Ofenhaus des ehemaligen Gaswerks, von dem aus man auch die Brechtbühne erreicht, eröffnet sich ein Hauptraum mit einer beeindruckenden Höhe von ca. 19 Metern. Ursprünglich waren hier Hochöfen montiert, die zur Gewinnung von Stadtgas aus Steinkohle dienten. Heute beherbergt das Gebäude das gleichnamige Restaurant „Ofenhaus“ im coolen Industrie-Ambiente, das bei uns erst mal für Staunen sorgt. Vorbei an einer ganz in Gold erstrahlenden Kasse, geht es dann auf die Galerie, wo wir eine kurze Einführung in unser Stück bekommen. Nur eine Tür weiter befindet sich der Eingang zum Theater.

David Ortmann inszenierte das Stück mit vielen Lichteffekten sowie optischen Täuschungen und machte es so zu einem visuellen Erlebnis. Die Schauspieler überzeugten in Doppelrollen, Mensch und künstliche Intelligenz vermischten sich.

In der Diskussion später wird uns klar, dass es eine faszinierende wie beängstigende Vorstellung ist, wenn man die Idee simulierter Welten zu Ende denkt. Wie wird die Welt sich durch die Digitalisierung noch verändern? Werden Maschinen all unsere Aufgaben übernehmen? Bleibt die „reale“ Welt überhaupt überlebensfähig? Wo führt das alles hin?

 

Als wir das Theater verlassen, sind wir dann doch froh, dass uns ein wunderschöner „realer“ Frühlingstag empfängt.

 

 

Frau Pokorny

Frau Hoch

und die Klassen 9c und 9d